Speck auf Mission

#Speck auf Mission


Die Meldungen zum Thema Fachkräftemangel, Fachkräfteengpass, dem „War for Talent“ und dem Wandel zum Arbeitnehmermarkt meint man zu genüge gelesen und gehört zu haben. Laut offiziellen Berichten entspricht es den Tatsachen, dass jedes zweite Unternehmen seine offenen Stellen langfristig nicht besetzen kann. Daher ist es nachvollziehbar, dass Unternehmen in diesen Zeiten ihre Ressourcen vermehrt in die Personalgewinnung und Personalbindung setzten. Gerade bei klein- und mittelständischen Unternehmen sind die offenen Stellen am schwierigsten zu besetzen.

 

 

Wer macht sich rar?

 

Beruflich Qualifizierte mit einer erfolgreich abgeschlossenen Berufsausbildung sind besonders rar und daher am Arbeitsmarkt sehr gefragt. Ebenso begehrt sind die Fachkräfte im Bereich der „Höheren Berufsbildung“, wie z.B. Fachwirte und Meister. Auch dort sind Besetzungsengpässe zu verzeichnen. KMU’s, mit einer Beschäftigtenzahl von max. 500 Mitarbeitern haben die größten Schwierigkeiten, Fachkräfte zu finden.

 

 

Worin liegen die Ursachen?

 

71% der Unternehmen sehen im Fehlen von adäquaten Bewerbern die wesentlichen Ur-sachen darin, dass die Bewerber eine zu geringe bzw. unpassende Qualifikation aufweisen. Als weitere Ursache werden die Forderungen der Bewerber an den potenziellen Arbeitgeber als zu hoch angegeben. Gerade kleinen Mittelständern fällt es schwer, die entsprechenden Forderungen der Bewerber zu erfüllen. Als weiteren Punkt, Stellen langfristig nicht besetzten zu können, wird die fehlende Standortattraktivität von Unternehmen genannt.

 

 

Was können wir tun?

 

Beim Werben um Fachkräfte spielt die Arbeitgeberattraktivität eine immer wichtigere Rolle. Für die Bewerber spielt es in diesem Bezug keine Rolle, ob es sich dabei um ein großes oder mittelständisches Unternehmen handelt. Vielmehr wird es eine Rolle spielen, wie der potenzielle Arbeitgeber sich „zeigt“ und was dieser zu „bieten“ hat.

 

Arbeitgeber können eine breite Palette an Möglichkeiten auf den Weg bringen, um eine entsprechende Wirkung am Arbeitsmarkt zu erzielen.

  • Leistungs- und qualifikationsgerechte Entlohnung
  • Vereinbarkeit von Beruf und Familie
  • Mobiles und zeitflexibles Arbeiten
  • Karriereperspektiven schaffen (oder nachhaltige Karrierepfadplanung)
  • Implementierung einer modernen Personalführung
  • Aufbau von unternehmensseitig flachen Hierarchieebenen
  • Angebote zur Gesundheitsförderung, um nur einige zu nennen.

 

Womit können Unternehmen sich selbst helfen?

  1. Nutzung von zugewanderten Fachkräften aus dem Nicht-EU-Ausland.
  2. Steigerung der Erwerbstätigkeit der sogenannten „stillen Reserven“
  3. Erhaltung der Erwerbstätigkeit bei älteren Mitarbeitern
  4. Integration von Geflüchteten (als langfristige Herausforderung)
  5. Steigerung der Mitarbeiterqualifikationen und Stärkung der Bildung
  6. Höhere Kompromissbereitschaft im Hinblick auf bestehende Einstellungskriterien
  7. Aktives Personalmarketing betreiben, sowohl im Inland als auch im Ausland

 

Aus der Praxis

In seiner Stellung als Ausbildungsleiter war Nico im März auf „Mäusejagd“. Er und sein Team waren auf dem Berufsfindungs- und Studienorientierungstag (BOST) im Gymnasium „Stephaneum“ in Aschersleben unterwegs, um neue Auszubildende für das Unternehmen zu gewinnen. Gemeinsam mit 47 weiteren Ausstellern war er präsent, um den Schülerinnen und Schülern Einblicke in die vielfältigen Berufs- und Studien-möglichkeiten zu geben.

Die Lernenden konnten viele Hinweise und Anregungen für ihre zukünftige Berufs- und Studienwahl mitnehmen.

 

Nico und sein Team hatten sich für die Messe folgende Ziele gesetzt:

  • Präsenz als Ausbildungsbetrieb in der Region zu zeigen,
  • Anbieten von Praktika Plätzen für Schüler ab der 8. Klasse und natürlich die
  • Akquise von potenziell neuen Azubis für das Ausbildungsjahr 2019.

 

Weiterhin berichtet Nico

Auch das Präsentieren des Unternehmens war ein Ziel, da viele Schüler die regional ansässigen Unternehmen und deren Produkte gar nicht mehr kennen. Daher werden immer viele praktische Produkte und Ausbildungsobjekte mit zu den Messen genommen, um den Schülerinnen und Schülern eine „Ausbildung zum Anfassen“ nahe zu bringen. Darüber hinaus kommt man dann schnell mit Interessierten ins Gespräch und kann somit den einen oder anderen für ein Praktikum gewinnen. Einige Schülerinnen und Schüler bringen auch gleich mal eine komplett fertige Bewerbung mit, was mich als Ausbilder immer besonders freut.

 

Gerade in strukturschwachen Regionen sind und werden solche Messen auch in Zukunft von großer Bedeutung sein, um den Schülerinnen und Schülern ihre Entwicklungsmöglichkeiten zu zeigen. Daher werde ich mit unserem Ausbildungsunternehmen auch weiterhin an diesen Messen teilnehmen.

 

 

Eine gute Mischung

 

Nico ist sich seiner herausfordernden Aufgabe als Ausbildungsleiter bewusst. Sowohl durch seine jahrelange praktische Erfahrung als auch durch die erfolgreich absolvierte Aufstiegs-fortbildung zum „geprüften Berufspädagogen“ wurde er auf die aktuellen als auch zukünftigen Handlungsbereiche mehr als gut vorbereitet.

 

Im Bereich der Planungsprozesse erfolgte die Vorbereitung zum Beispiel darauf,

 

  • Berufsvorbereitung durchzuführen,
  • Werberelevante Zielgruppen sowie zielgruppengerechte Werbemaßnahmen einzusetzen,
  • Instrumente des Bewerberrecruitings auszuwählen und einzusetzen.

Der Handlungsbereich Berufsausbildung widmet sich ebenso der Gewinnung und der Auswahl von Auszubildenden sowie der Beratung von Unternehmen. Vom Personalbedarf über die Ausbildungsstrategie bis zur Methodenvielfalt innerhalb der Beratung.

 

Spannend wird es im Handlungsbereich Personalentwicklung- und Beratung, gerade in Bezug auf Mitarbeiterbindung. Hier geht es unter anderem um die Themen der beruflichen Entwick-lungspfade, Karrierepfade der Mitarbeiter sowie dem Zusammenspiel von Organisations-entwicklung und Personalentwicklung.

 

 

Ran an den Speck!

 

Die Herausforderung im Fachkräftemangel ist real, daher lautet mein Aufruf „Ran an den Speck“. Wer die Herausforderung, dass eigene Wachstums- und Innovationspotenzial im ausreichendem Maß zu nutzen und weiter zu steigern nicht angeht, der riskiert nicht ausreichend wettbewerbsfähig und langfristig nicht wirtschaftlich genug zu sein. Jedes Unternehmen muss seinen Weg finden, um mit der Herausforderung fehlender Fachkräfte umzugehen. Fakt ist aber, dass jedes Unternehmen, ob groß oder klein, handeln muss, um langfristig am Markt bestehen zu können.

 

In diesem Zusammenhang möchte ich auf die „Happiness Index Umfrage 2019“ hinweisen. Diese ergab, dass für Deutsche die finanzielle Sicherheit an erster Stelle steht, um glücklich zu sein, gefolgt von:

  • Sinnvolle Arbeit,
  • Flexible Arbeitszeiten/ Homeoffice,
  • Standort des Büros und
  • der Unternehmenskultur.

 

 

 

 

 

 

Ein Bericht von Adina vom Team bp-awp.de

Und jetzt ran an den Speck!


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